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Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln

Unter den erhaltenen Kathedralbibliotheken gilt sie als die bedeutendste — zentrale Bibliothek des Erzbistums mit Wurzeln im 6./7. Jahrhundert.

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Die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln mit Bibliothek St. Albertus Magnus ist die zentrale Bibliothek des Erzbistums Köln. Ihre Ursprünge reichen bis ins 6./7. Jahrhundert zurück, und sie zählt zu den ältesten und größten theologischen Spezialbibliotheken im deutschsprachigen Raum.

Auf einen Blick

Art
Theologische Spezialbibliothek des Erzbistums Köln
Lage
Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Ursprung
6./7. Jahrhundert; ältester Katalog von 833
Bestand
rund 400.000 Bände, 800 Handschriften, 430 Inkunabeln, 1.500 laufende Zeitschriften
Schwerpunkte
Katholische Theologie, Religionspädagogik, Philosophie, Rheinische Kirchengeschichte, Kunstgeschichte
Digitalisierung
weltweit erste Bibliothek, die ihre mittelalterlichen Handschriften erschloss
Wusstest du?

Im Jahr 2000 war die Diözesan- und Dombibliothek Köln weltweit die erste Bibliothek, die ihre gesamten mittelalterlichen Handschriften vollständig digitalisiert hat – ein Meilenstein, der mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Projekt Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis (CEEC) realisiert wurde.

Geschichte der Dombibliothek

Die Dombibliothek geht auf die Handschriftensammlung des Erzbischofs Hildebald († 818) zurück; unter den erhaltenen Kathedralbibliotheken wird sie für die bedeutendste gehalten. Der älteste Katalog von 833 verzeichnet 175 Bücher, von denen heute noch 35 erhalten sind; das älteste Buch stammt aus den Jahren 590/604. Sie war Bibliothek der Bischofskirche und der Domherren; im Mittelalter wurde das Domkapitel ihr alleiniger Träger. Zahlreiche Domherren stifteten Handschriften, so im 11. Jahrhundert der Domkapitular Hillinus das nach ihm benannte Hillinus-Evangeliar, das ein Bild des Alten Doms zeigt. 1794 wurden 200 der wertvollsten Handschriften vor der französischen Revolutionsarmee gerettet und mit dem Dreikönigsschrein nach Arnsberg gebracht; erst 1867 gab der preußische Staat dem Domkapitel die Bibliothek zurück.

Die Diözesanbibliothek

Einen zweiten Strang bildet die Diözesanbibliothek, die 1738 neugegründet wurde. Grundlage war die Büchersammlung des Stifters Johann Jakob von Broich, die aus dem Nachlass von Jean-Paul Bignon, dem Bibliothekar Ludwigs XIV., stammte. Unter ihren Handschriften finden sich kunsthistorisch bedeutende Chorbücher, darunter das „Valkenburg-Graduale“. Die Sammlung wuchs durch Schenkungen, Nachlässe und aufgelöste Pfarrbibliotheken; 1835 kam die 14.000 Bände umfassende Sammlung des Kölner Erzbischofs August Ferdinand Graf Spiegel hinzu, die heute im Maternushaus steht.

Vereinigung und heutiger Standort

Seit 1930 sind Diözesan- und Dombibliothek organisatorisch vereinigt; die Dombibliothek ist als Dauerleihgabe des Domkapitels integriert. Das barocke Bibliotheksgebäude in der Marzellenstraße wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs vollständig zerstört, die Bestände waren jedoch rechtzeitig ausgelagert worden. 1957 führte man sie in einem Neubau in der Gereonstraße wieder zusammen, 1983 folgte der Umzug in das Maternushaus.

Digitale Handschriften

Im Jahr 2000 begann die Bibliothek gemeinsam mit der Universität zu Köln das Projekt Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis (CEEC). Dabei wurden die mittelalterlichen Kodizes digitalisiert — als weltweit erste Bibliothek, die ihre mittelalterlichen Handschriften auf diese Weise erschloss. Alle zwei Jahre richtet das Haus zudem ein interdisziplinäres Symposion zur Erforschung seiner mittelalterlichen Bestände aus.

Zeitstrahl

  1. 590/604
    Ältestes erhaltenes Buch der Dombibliothek entsteht
  2. 833
    Erster Katalog der Dombibliothek: 175 Bücher verzeichnet
  3. 1615
    Altes Kölner Priesterseminar gegründet (Ursprung der Diözesanbibliothek)
  4. 1738
    Diözesanbibliothek nach Schließung des Seminars neu gegründet
  5. 1794
    200 Handschriften vor der französischen Revolutionsarmee nach Arnsberg gerettet
  6. 1867
    Domkapitel erhält Bibliothek vom preußischen Staat zurück
  7. 1930
    Diözesan- und Dombibliothek organisatorisch vereinigt
  8. 2000
    CEEC-Projekt: Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften beginnt

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26