Poll
Rechtsrheinischer Kölner Stadtteil am Rhein, über Jahrhunderte von Fischern und Milchmädchen geprägt — Heimat des Poller Maifischs.
Poll ist ein rechtsrheinischer Stadtteil von Köln, dessen Bewohner über Jahrhunderte vom Fischfang und von der Landwirtschaft lebten und die Stadt mit Milch und Fisch belieferten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- rechtsrheinischer Stadtteil von Köln
- Lage
- am Rhein, südöstlich der Innenstadt
- Stadtbezirk
- Porz
- Eingemeindung
- 1888 zusammen mit Deutz
- Erste Erwähnung
- 1. April 1003 als „Polla“
- Bekannt für
- Fischerei und den Poller Maifisch
Am 23. April 1878 fingen die Poller Fischer in einem einzigen Netzzug 183 Maifische – den „besten Fang seit Menschengedenken" –, und gelegentlich wurde sogar ein Stör aus dem Rhein gezogen, der dann eine Woche lang gegen Entgelt am Fluss ausgestellt wurde (so 1876 ein Exemplar von 435 Pfund).
Lage und Nachbarn
Im Norden grenzt Poll entlang des Eisenbahndamms an Deutz, im Süden trennt die A 4 mit der Rodenkirchener Autobahnbrücke den Stadtteil von Westhoven. Im Osten verläuft die A 559 zur Grenze nach Humboldt/Gremberg, im Westen bildet der Rhein die Grenze zu den linksrheinischen Stadtteilen Bayenthal und Marienburg.
Verwaltung
Seit der kommunalen Neugliederung von 1975 ist Poll der einzige Stadtteil des älteren Kölner Stadtgebiets, der vom Stadtbezirk Porz verwaltet wird.
Name und frühe Besiedlung
Die Herkunft des Namens „Poll“ ist ungeklärt; erwogen werden Ableitungen vom niederländischen „Poel“ für Polder, von „Pöhl“ für Wassertümpel oder von „Boll“ für Hügel. Funde belegen eine Besiedlung der Gegend bereits in der Jungsteinzeit, der älteste Fund unmittelbar in Poll stammt aus der Bronzezeit. Im Jahr 454 stürmten die Franken Köln und siedelten auch in Poll; davon zeugen fränkische Gräber.
Fischerei und Landwirtschaft
1003 pachteten Poller Fischer vom Kölner Erzstift die Fischereirechte von Poll bis zur Deutzer Pfarrkirche. Über Jahrhunderte lieferten die Poller Milch und Fisch nach Köln; die Milchmädchen brachten ihre Waren bis 1880 überwiegend mit Nachen über den Rhein in die Stadt. Bekannt war der Poller Maifisch, eine Heringsart, die im April und Mai zur Eiablage rheinaufwärts schwamm. Am 23. April 1878 gelang den Pollern mit 183 Maifischen in einem einzigen Netzzug der „beste Fang seit Menschengedenken“. Gelegentlich ging auch ein Stör ins Netz, der dann eine Woche lang am Rhein gegen Entgelt gezeigt wurde. Die Fischerfrauen waren für ihren Marktschrei bekannt: „Freesche Maifeesch, Freesche Maifeesch“. Die Fischer waren in „Gezauen“ zu je acht Mann organisiert, die sich täglich im Fang abwechselten. Die berufsmäßige Fischerei endete 1938.
Wissenswertes
An der Weingartengasse wurde bereits 1326 an einem Rheinhang Wein angebaut; der Anbau wurde im Lauf der Jahrhunderte eingestellt. Wegen der Gefahr eines Rheindurchbruchs legte man ab etwa 1200 systematisch Dämme an, die jedoch immer wieder von den Fluten zerstört wurden.
Zeitstrahl
- um 4000–2000 v. Chr.Erste Besiedlung der Gegend (Jungsteinzeit)
- 2000–1000 v. Chr.Ältester Fund in Poll (Bronzezeit)
- um 310Gründung des Kastells Deutz; Wiederbesiedlung des rechten Rheinufers
- 454Franken stürmen Köln und siedeln auch in Poll
- 1003Erste urkundliche Erwähnung Polls (Schenkungsurkunde Erzbischof Heribert)
- 1326Weinbau an der Weingartengasse erstmals belegt
- 1888Eingemeindung Polls (mit Deutz) nach Köln
- 1975Kommunale Neugliederung: Poll wird Teil des Stadtbezirks Porz
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Das könnte dich auch interessieren
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27





