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Strunde

Vom Karstquell in Herrenstrunden bis nach Köln-Holweide: Der Strunder Bach hat Mühlen angetrieben, Papier erzeugt und ein Sumpfgebiet entwässert – seine Spuren sind bis heute sichtbar.

Die Strunde ist ein ehemaliger rechter Nebenfluss des Rheins, dessen Quelle im Bergisch Gladbacher Stadtteil Herrenstrunden liegt – einem Ort, der nach dem Bach benannt ist. Heute wird sie nicht mehr direkt in den Rhein eingeleitet, sondern in den Faulbach.

Die 1956 mit Natursteinen eingefasste Karstquelle liegt etwa 100 Meter nordöstlich der Herrenstrundener Pfarrkirche. Aufsteigende Blasen zeigen den Wasseraustritt an; der Zufluss schwankt zwischen durchschnittlich 50 Litern pro Sekunde und bis zu 830 Litern pro Sekunde. Etwa 150 Meter weiter abwärts speist ein weiterer Quelltopf im Komturei-Teich den Bach.

Vom Quelltopf aus fließt die Strunde südwestlich, nimmt dabei den Rosenthaler Bach und den Asselborner Bach auf, passiert die Maltesermühle sowie das Papiermuseum Alte Dombach und durchquert dann die geschlossene Bebauung von Bergisch Gladbach, wo sie auf einem Abschnitt verdolt verläuft. Weiter westlich wechselt sie auf das rechtsrheinische Stadtgebiet von Köln und durchzieht die Stadtteile Dellbrück und Holweide, bevor sie kurz vor der Autobahn A 3 in den Faulbach übergeht.

Im 6. Jahrhundert wurde das Bachbett künstlich bis zum Rhein in Mülheim verlängert, um das einstige Sumpfgebiet Thielenbruch zu entwässern. Die dabei angelegten Bewässerungsgräben mit ihren Schleusentoren sind teilweise bis heute erhalten – ein Beispiel findet sich in der Nähe der Isenburg, ein weiteres in Holweide nahe der Wichheimer Mühle.

Am Ufer der Strunde wachsen zahlreiche hohle Weiden, auf die der Name des Kölner Stadtteils Holweide zurückgeführt wird. Geflochtenes Weidwerk stabilisierte die Uferwände, und stellenweise ist es noch zu sehen. Um eine ausreichende Höhendifferenz für den Mühlenantrieb zu gewinnen, wurde die Strunde in der Nähe des Gut Schlagbaum über einen Aquädukt über den Faulbach geführt.

Das ursprünglich mittelalterliche Holzbauwerk wurde im 19. Jahrhundert durch einen gemauerten Rundbogen-Aquädukt aus Ziegelstein ersetzt, der Ende der 1970er-Jahre einer Betonbrücke wich. Gut Schlagbaum lag früher an der Grenze zwischen der freien Reichsstadt Köln und der Grafschaft Berg. Seit 1906 war die Strunde ab Köln-Buchheim kanalisiert; diese Einleitung in den Kanal ist mittlerweile gesetzlich untersagt.

Zeitweise trieb der Bach 36 Mühlen gleichzeitig an; um 1846 wurden 51 Mühlen an der Strunde gezählt. Von diesen ist heute nur noch die Iddelsfelder Mühle vollständig erhalten. Das Wasser der Strunde beförderte vor allem die Papierindustrie; wie Papier hier hergestellt wurde, zeigt das Papiermuseum Alte Dombach am östlichen Ortsausgang von Bergisch Gladbach.

Im Holweider Vorort Schweinheim leitete eine Wollfärberei bis Anfang der 1980er-Jahre ihr Abwasser in die Strunde ein, was die Farbe des Baches je nach Auftragslage veränderte. Nach Starkregenereignissen in den Jahren 2000 und 2001 überschwemmte das Wasser weite Teile der Bergisch Gladbacher Innenstadt; als Reaktion wurden Regenrückhaltebecken gebaut.

Im Rahmen der Regionale 2010 wurden unter anderem sechs Rad- und Wanderwege ausgewiesen, darunter eine Erlebnisroute, die möglichst nah entlang der Strunde vom Rhein in Köln-Mülheim bis zur Quelle in Herrenstrunden führt. Außerdem wurde die Offenlegung der Strunde im Bereich der östlichen Stadtmitte Bergisch Gladbachs vorangetrieben und mit Hochwasserschutz- sowie Abwassermaßnahmen zum Bauprojekt „Strunde hoch vier" zusammengefasst.

Quelle: Wikipedia · abgerufen 2026-06-24

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