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© Horsch, Willy · CC BY 2.5

Duffesbach

Der einzige Bach der Kölner Bucht, der in Köln den Rhein erreicht – mit einer über 2.000 Jahre alten Geschichte zwischen Wasserbau, Mühlen und Stadtgewerbe.

Der Duffesbach ist der einzige Bach der Kölner Bucht, der innerhalb von Köln in den Rhein mündet. Ermöglicht wurde dies durch wasserbauliche Eingriffe in römischer Zeit: Eine sogenannte Hürther Leitung lenkte das Gewässer aus dem Hürther Tal in ein künstlich angelegtes Bachbett, das später den mittelalterlichen Kölner Zünften und Gewerbebetrieben dienen sollte. Vor diesen Maßnahmen versickerte der Bach in den Schottern westlich von Köln, zwischen Kalscheuren und dem Militärring.

Der Name des Baches ist in seiner Bedeutung nicht geklärt. Diskutiert werden Herleitungen von einer Tuff-Mühle oder von dem Wort „Duffes" im Sinne von Taubenhaus — beide Deutungen sind laut Quellenlage weder überzeugend noch auszuschließen. In Köln selbst trug er früher denselben Namen wie der Gleueler Bach: schlicht „die Bach". Vor der Stadt war „Hürther Bach" die geläufige Bezeichnung. Der gesamte ihn begleitende Straßenzug in Köln heißt „Kölner Bäche".

Die Quellen des Baches lagen ursprünglich in der Ville bei Knapsack, wo drei Quellbäche — aus der Kranzmaar sowie nordwestlich und südöstlich von Knapsack — zusammenflossen. Durch den Braunkohleabbau und die Industrienutzung im Chemiepark Knapsack ist dieser Quellbereich heute weitgehend verändert und trocken gefallen. Der Bach beginnt heutzutage unterhalb der Kläranlage des Chemieparks, und der größte Teil seines Wassers stammt aus Entwässerungsrohren des Industriegeländes.

Allein auf dem heutigen Hürther Stadtgebiet gab es früher sieben Mühlen; kurz vor der Mündung in Köln kam die Malzmühle hinzu. Die Mühlen konnten nur dann mahlen, wenn die jeweils oberhalb liegenden Anlagen das Wasser nicht anstauten. Neben den Mühlen nutzten Burgherren und Gutsbesitzer das Bachwasser zum Befüllen ihrer Burgweiher — vertraglich jedoch nur sonntags, wenn das Gewerbe in Köln keinen Bedarf hatte. Heute erinnern lediglich Straßennamen an diese Nutzungsgeschichte.

Vom Hürther Tal aus fließt der Bach nach Westen, vorbei an der alten Burg Hermülheim, durch Efferen und erreicht Köln an der Autobahn. Im Stadtbezirk Lindenthal verläuft er kanalisiert unter der Luxemburger Straße. Der historische Eingang ins mittelalterliche Stadtgebiet lag am Bachtor; von dort führte sein Weg — im Mittelalter noch offen — vorbei an der alten Römermauer mit dem römischen Südtor Hohe Pforte über den Filzengraben in den Rhein.

Die Wasserqualität des Duffesbaches wird mit Güteklasse III–IV bewertet, was auf sehr niedrigen Sauerstoffgehalt und das Vorhandensein toxischer Stoffe hinweist; ein nennenswerter Fischbestand fehlt. Die heute noch offenen Uferzonen wurden als Grünzug ausgewiesen. Eine Renaturierung gilt als schwierig, da der Bach ab Hermülheim nie ein natürliches Flussbett hatte und das enge Oberlauftal als Bahntrasse genutzt wird.

Zur Pflege des Bachlaufs und seiner Ufer sowie zur Beseitigung von Verunreinigungen wurde 2012 der Duffesbachverband gegründet. Neben der Stadt Hürth gehören ihm Industriebetriebe wie YNCORIS (ehemals InfraServ Knapsack), RWE Power sowie die Häfen und Güterverkehr Köln AG an. Vorläuferorganisationen waren die Reinhaltungs- und Entwässerungsgenossenschaft für den Duffesbach und die Duffesbachgenossenschaft.

Quelle: Wikipedia · abgerufen 2026-06-24

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-24