Veedel
Rathenauviertel
Im Stadtteil Neustadt/Süd
Das Rathenauviertel entstand ab 1881, als die mittelalterliche Stadtmauer fiel und Stadtbaumeister Josef Stübben die Kölner Neustadt planmäßig auf dem Reißbrett anlegte. Sein Herz ist der grüne Rathenauplatz mit seiner Platanenallee und dem Biergarten. Rundherum reihen sich Kneipen, kleine freie Theater und internationale Gastronomie — geprägt von der Nähe zur Universität. Weil das Quartier so viele Gesichter hat, kennen es die Kölner unter mehreren Namen: Nach der Hauptachse heißt es Zülpicher Viertel, wegen der Studierenden Univiertel, wegen der Kneipendichte augenzwinkernd Bermudadreieck und Kwartier Latäng.
Quelle: Wikipedia

Auf einen Blick
Der Rathenauplatz
Der zentrale Platz hieß ab 1887 zunächst Königsplatz. Nach der Ermordung des Außenministers Walther Rathenau 1922 wurde er 1923 nach ihm benannt — von den Nationalsozialisten 1933 in „Horst-Wessel-Platz“ umgetauft und 1945 zurückbenannt. Heute ist die rund 2,8 Hektar große Grünanlage mit Platanen, Boule-Bahn und Biergarten der Wohnzimmerplatz des Viertels.
Die Synagoge Roonstraße
Am Rand des Viertels steht die neuromanische Synagoge Roonstraße, 1895–1899 erbaut. In der Reichspogromnacht 1938 verwüstet, wurde sie 1958/59 wiederhergestellt und ist heute das religiöse und kulturelle Zentrum der Synagogen-Gemeinde Köln — mit Mikwe, Festsaal, Museum und koscherem Restaurant.
Ein Viertel, viele Namen
Kaum ein Kölner Quartier sammelt so viele Spitznamen wie dieses. „Zülpicher Viertel“ betont die Ausgehstraße, „Univiertel“ die Studierenden, „Kwartier Latäng“ spielt kölsch auf das Pariser Quartier Latin an, und „Bermudadreieck“ meint augenzwinkernd, dass man zwischen all den Kneipen leicht den Heimweg vergisst. Gemeint ist immer dasselbe Gebiet.
Sehenswert im Viertel
Rathenauplatz
Grüne Platzanlage mit Platanenallee, Boule und Biergarten — der Treffpunkt des Viertels.
Synagoge Roonstraße
Neuromanischer Bau von 1895–99, Zentrum der jüdischen Gemeinde Kölns.
Stephan-Lochner-Grundschule
Ein „Schulpalast“ aus rotem Backstein mit Stufengiebeln, erbaut 1897–99.
Geschichte im Zeitraffer
- 1881Abriss der Stadtmauer; die Neustadt entsteht nach Stübbens Plan.
- 1887Der zentrale Platz wird als „Königsplatz“ benannt.
- 1895–99Bau der neuromanischen Synagoge an der Roonstraße.
- 1923Umbenennung in Rathenauplatz nach dem ermordeten Walther Rathenau.
- 1938Die Synagoge wird in der Reichspogromnacht verwüstet.
- 1958/59Wiederherstellung der Synagoge Roonstraße.
- 2000Der Biergarten auf dem Rathenauplatz nimmt den Betrieb auf.
Wusstest du?
Die Straßen des Rathenauviertels sind ein mittelalterliches Kölner Who's Who: Die Dasselstraße erinnert an Erzbischof Rainald von Dassel, die Meister-Gerhard-Straße an den ersten Dombaumeister und die Lochnerstraße an den Maler Stefan Lochner. Wer hier wohnt, hat lauter historische Persönlichkeiten als Adresse.
Dieses Viertel ist Teil des Stadtteils
Neustadt/Süd →Alle Strukturdaten (Alter, Arbeitsmarkt, Haushalte, Wahlen) findest du auf der Stadtteil-Seite.
Verwandte Viertel
Rund um dasselbe Gebiet — im Kölner Alltag oft unter mehreren Namen bekannt.
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